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AfD Wahrheiten

Die "Alternative" den Fakten gegenübergestellt

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Statistiken

Das BKA für politische Zwecke missbraucht

Wieder einmal versucht die AfD Unmut gegenüber Asylsuchenden zu schüren.

afdbkafix

Inzwischen hat dieser Post solche Kreise gezogen, dass das BKA eine Stellungnahme dazu raus gegeben hat [1].

bkasfix

Nachdem das BKA dann die Stellungnahme dazu raus gab, hatte die AfD direkt noch mal nachgelegt [2]:

nachgelegt1

Die AfD hat schon mal an anderer Stelle behauptet, dass die Kriminalität durch Asylsuchende und Migranten in Deutschland stark zugenommen hätte. Auch hier schrieben wir einen Artikel zu „Starker Anstieg der Kriminalität„. Das Ergebnis war, wenn man alle ausländerrechtlichen Verstöße weg lässt, sank sogar die Kriminaltätsrate in Deutschland um 0,5 %.

Merke: Man könnte genauso eine Kriminalitätsstatistik über Dünne und Dicke erstellen, wodurch man ebenfalls ein Ergebnis erhielte. Nur käme niemand auf so eine unsinnige Idee und einen tatsächlichen Wahrheitsgehalt hätte diese Statistik ebenso wenig.

[1] http://web.archive.org/web/20170212140026/https://twitter.com/bka/status/830056895918571520

[2] http://web.archive.org/web/20170212140315/https://twitter.com/L_Bednarz/status/830149997568073729

Abschiebedauer aller Ausreisepflichtigen – Veraltete Zahlen, falsche Begriffe, Kontext stimmt nicht

Vor einiger Zeit haben wir schon die Chronik der Gutmenschen erwähnt und wie akribisch sie sich stets Berechnungen der AfD anschaut und die Zahlen wieder in einem vernünftigen Kontext zusammenführt.

Eine Lüge ist eine bewusste Falschaussage und das können wir nicht beweisen. Somit werden wir zu diesem Bericht das Wort gezielt nicht verwenden bzw. gänzlich weg lassen.

Was wir aber sagen können, dass diese Art von Berichterstattung für die AfD typisch ist.

Diesen Beitrag haben wir voll und ganz der Chronik der Gutmenschen zu verdanken, welchen wir gerne hier veröffentlichen, damit auch Nicht-Facebooker davon profitieren können.

Am 17.12.2016 veröffentlichte die Chronik der Gutmenschen folgenden Post [1]:

chronikabsch1fix.png

Sie erklärt: Falsche Zahlen, falsche Begriffe, Kontext stimmt nicht, die Rechnung ebenso nicht.

Die AfD hat am 15. Dezember behauptet, dass 280.000 Menschen  ausreisepflichtig seien.

Nun geht die Chronik der Gutmenschen ins Detail:

1. Es geht nicht um Ausreisepflichtige (darunter fallen übrigens auch Geduldete, also Menschen, die Deutschland vorerst gar nicht verlassen müssen), sondern um Ausländer, die zur Fahndung ausgeschrieben wurden. Das sind z.B. solche, die von den Behörden nicht angetroffen werden, wenn sie abgeschoben werden sollen und solche, die bereits abgeschoben wurden und nicht erneut einreisen dürfen. Dazu aus dem Aufenthaltsgesetz § 50 „Ausreisepflicht“:“(6) Ein Ausländer kann zum Zweck der Aufenthaltsbeendigung in den Fahndungshilfsmitteln der Polizei zur Aufenthaltsermittlung und Festnahme ausgeschrieben werden, wenn sein Aufenthalt unbekannt ist. Ein Ausländer, gegen den ein Einreise- und Aufenthaltsverbot nach § 11 besteht, kann zum Zweck der Einreiseverweigerung zur Zurückweisung und für den Fall des Antreffens im Bundesgebiet zur Festnahme ausgeschrieben werden.“

2. Noch im Oktober musste das BKA die viel zu hohe Zahl von 280.000 korrigieren. Dabei     habe es sich um einen „bedauernswerten Fehler“ gehandelt. Tatsächlich sind nur 121.759 Ausländer zur Fahndung ausgeschrieben, das sind bloß 2% mehr als im Vorjahr.

3. Geht es uns wirklich um die Zahl der Menschen, die Deutschland verlassen müssen, können wir auf eine kleine Anfrage zurückgreifen, die die Linke im Juni an die Bundesregierung gestellt hat. Darin heißt es: Zum Zeitpunkt befanden sich knapp 53.000 „ausreisepflichtige Personen ohne Duldung“ in Deutschland. Das klingt doch gar nicht mehr so viel, oder?

Anschließend bekommen wir eine interessante Rechnung präsentiert: Täglich 50 Abschiebungen, dann würde es 5600 Tage oder rund 15 Jahre dauern, bis alle 280.000 „Ausreisepflichtigen“ (nein, die Zahl ist immer noch grundfalsch!) abgeschoben würden. Auch hier bekommen wir – bzw. die AfD-Anhänger – wieder Unsinn auf mehreren Ebenen präsentiert.

1. Nicht jeder, der Deutschland verlassen muss, tut das auf dem Wege der Abschiebung. Zunächst einmal hat jeder Ausreisepflichtige (ohne Duldung) die Möglichkeit, selbstständig auszureisen. Das ist je nach Bundesland ein höherer bis weniger hoher Anteil, im Bundesdurchschnitt verlassen so 70% aller Abgelehnten Deutschland (Stand 10/2016).

2. Dass täglich ein Flug mit 50 Afghanen gehen soll, ist Quatsch. Die nächste Maschine soll laut Medieninformationen im Januar fliegen. Tatsächlich verließen innerhalb von zehn Monaten 73.032 Menschen mit abgelehntem Asylantrag Deutschland, also täglich 240 (davon 72 durch Abschiebung).

Würden wir jetzt diese Zahlen gegenüberstellen – 53.000 Menschen, die gehen müssen und täglich 240 Menschen, die gehen – dann wären wir nicht etwa bei einer Dauer von 15 Jahren, sondern sieben Monaten.

Dennoch: Auch diese Rechnung hat keinen wirklichen Aussagewert. In den 53.000 stecken beispielsweise welche, die sich ihrer Abschiebung entziehen, untergetaucht sind oder sich womöglich gar nicht mehr in Deutschland aufhalten. Außerdem werden ständig neue Asylanträge abgelehnt, laufen befristete Duldungen aus und und und… Dieser Dynamik wird die Rechnung überhaupt nicht gerecht. Außerdem werden Zahlen aus unterschiedlichen Monaten verglichen. Wer weiß, wie sie sich seit dem Juni entwickelt haben?

Wir sind aber noch nicht fertig: Denn, die AfD stellt richtig fest, von den geplanten 50 Afghanen sind nur 34 abgeschoben worden. 16 haben in letzter Minute Rechtsmittel eingelegt, die jetzt geprüft werden und in unserem Rechtsstaat auch geprüft werden müssen. Aus Sicht der AfD natürlich fatal. Dass Abschiebungen nach Afghanistan, egal in welches dortige Gebiet, gegen jede Humanität verstoßen, verschweigt die AfD.

Fazit: Mit faktisch falschen Zahlen und einer Rechnung, die überhaupt keinen Sinn ergibt, macht die AfD Stimmung gegen eine angeblich zu lasche Abschiebepolitik.


Noch ein letztes Wort: Thomas de Maizière hat gesagt, ein Drittel der 34 abgeschobenen Afghanen seien Straftäter. Ob die Zahl stimmt, kann nicht nachgeprüft werden. Es wäre aber nicht De Maizières erste Lüge (siehe Anhang). Doch selbst wenn die Zahl stimmen würde: Auch straffällige Menschen haben ein Recht auf Unversehrtheit der Person und die ist in Afghanistan, entgegen der Aussage des Innenministers, eben nicht „hinreichend sicher“. Außerdem wären da noch die zwei Drittel Unbescholtene, deren einziges Vergehen es war, aus einem Bürgerkriegsland in die EU zu flüchten.
Das Verhältnis 1/3 kriminell zu 2/3 nicht kriminell spiegelt nicht die tatsächliche Kriminalitätsrate der afghanischen Geflüchteten in Deutschland wider. Die Kölner Polizei veröffentlichte Anfang 2016 eine Statistik: von 660 Geflüchteten aus Afghanistan wurden vier straffällig. Wir können also davon ausgehen, dass für die erste öffentlichkeitswirksame Sammelabschiebung bewusst viele Straftäter ausgewählt wurden, um der inhumanen Aktion einen Anschein von Legalität zu verleihen. Anhand der Reaktionen im rechten Lager scheint diese Taktik auch aufgegangen zu sein. Aber zu welchem Preis? (f)

Hier alle Quellen für diesen Beitrag:

Von der AfD verwendeter Welt-Artikel mit veralteten Zahlen:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article158615977/280-000-Auslaender-zur-Fahndung-ausgeschrieben.html

Berliner Zeitung mit aktualisierten Zahlen:
www.berliner-zeitung.de/politik/zahl-der-zur-fahndung-ausgeschriebenen-auslaender-halbiert-24949560

Bis Oktober 21.789 Abschiebungen und 51.243 freiwillige Ausreisen:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article160355836/De-Maiziere-sieht-bei-Abschiebe-Praxis-noch-Potenzial.html

Kleine Anfrage der Linken vom Juni 2016:
http://www.ulla-jelpke.de/wp-content/uploads/2016/09/1809556-Flüchtlinge-Ist_Zahlen-Juni-2016.pdf

Nächster Abschiebeflug nach Afghanistan im Januar:
https://www.morgenpost.de/politik/article208989789/De-Maiziere-Viele-Straftaeter-unter-abgeschobenen-Afghanen.html

Straftäter unter den abgeschobenen Afghanen:
https://www.welt.de/politik/ausland/article160308219/Abgeschobene-Afghanen-sprechen-schon-von-neuer-Flucht.html

Thomas De Maizière log über Geflüchtete:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article156299953/De-Maizieres-Fluechtlingsstatistik-war-einfach-ausgedacht.html

Von 660 afghanischen Geflüchteten wurden vier straffällig:
http://www.stern.de/investigativ/auswertung-der-polizei–woher-straffaellige-fluechtlinge-stammen-6643308.html

Angebliche Vergewaltigungswelle

AfD Haan berichtet am 19.08.2016

Das wird bei uns verheimlicht !!!

In dem Artikel [1] handelt es sich um eine Veröffentlichung von Sören Kern, welcher an dem Gatestone Institute tätig ist und von einer Vergewaltigungswelle in Deutschland spricht.[2]  Auf den ersten Blick wirkt die Seite seriös, bis man sich diese Veröffentlichung und auch das Institut dann doch mal genauer ansieht:
Das „Institut“ ist eine Art amerikanischer Think-Tank der konservativen Szene. Es hat nichts mit wissenschaftlicher Arbeit zu tun, wie der Name es vermuten lässt, sondern ist mehr eine Plattform auf der verschiedene Autoren ihre Meinungen veröffentlichen können, ähnlich wie in einem Blog.

Dies drückt sich auch in dem Artikel von Sören Kern aus, den die AfD dort für ihre Zwecke verbloggt hat:

In dem Beitrag wird unterstellt, dass sexuelle Gewalt in Deutschland epidemische Ausmaße angenommen hat, seit Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr als eine Million zumeist männlicher Migranten aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten ins Land gelassen hat.

Dies wird bereits durch Aussage von Herrn André Schulz, den die AfD an anderer Stelle selbst zitiert, widerlegt:

10mitq2

Wie die Abendzeitung München berichtet [3] sind es lediglich  10 Prozent der Asylbewerber, welche strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Und hier reden wir nicht nur von sexuellen Straftaten sondern von allen Straftaten, also auch solche, welche Deutsche gar nicht begehen können.

Wie die AfD selbst in den BKA Statistiken festgestellt hat,[4] sind von den Straftaten die durch Zuwanderer in 2016 begangen wurden, lediglich 1,3% der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Hinzu kommt, dass die Meisten noch im eigenen nahen Umfeld geschehen. Was allgemein auf alle Vergewaltigungen zutrifft. Diese Zahlen berufen sich auf das 1.-3. Quartal 2016.

Von „epidemischen Ausmaßen“ kann also keine Rede sein.

Diese Aussage der Abendzeitung München deckt sich auch mit einer Veröffentlichung von Herrn André Schulz selbst. Dieser schrieb nämlich auf der Seite vom Bund deutscher Kriminalbeamter „Die bisherigen Erkenntnisse aus dem Polizeialltag zeigen des Weiteren, dass rund 10% der Asylbewerber strafrechtlich auffällig werden und Taten aus dem Bereich der Eigentums-, Gewalt- und Drogendelikte begehen“

„Weiter schreibt Herr Schulz:,,Wir müssen akzeptieren, dass ein Großteil der Flüchtlinge bei uns bleiben wird und das diese eine Chance für unser Land sind und keine Bedrohung.“[5]

In Herrn Kerns Beitrag, welcher auf der Seite der AfD zu finden ist, werden Wahrheiten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten miteinander vermischt, sodass man diese ganze Veröffentlichung von Herrn Sören Kern und deren Ergebnisse nicht mehr ernst nehmen kann. Darüber hatte unter anderem auch die Frankfurter Rundschau berichtet. Es wird ebenso  darauf hingewiesen, dass der Autor Kern mal Fälle aus 2014 und 2015  verwendet, obwohl er behauptet, dass die Daten rein aus 2015 seien. [6]

https://web.archive.org/web/20160819145900/http://afd-haan.de/das-wird-bei-uns-verheimlicht/

[2] https://web.archive.org/web/20160516131230/http://de.gatestoneinstitute.org/6547/vergewaltigungen-migranten

[3] https://web.archive.org/web/20160307021655/http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.vergewaltigungen-muell-is-kaempfer-diese-fluechtlingsmeldungen-sind-dreiste-luegen.6ad01600-342f-41ee-b277-6b69e6a62713.html

[4]https://web.archive.org/web/20170121125504/https://www.facebook.com/222005461272345/photos/a.222023401270551.1073741828.222005461272345/847704725369079/?type=3&theater

[5] https://web.archive.org/web/20160513210940/https://www.bdk.de/der-bdk/aktuelles/der-kommentar/asylpolitik-heute-hu-morgen-hott-europa-hat-keinen-plan

[6] https://web.archive.org/web/20161201201750/http://www.fr-online.de/die-mythen-der-rechten/-die-mythen-der-rechten—geschaendete-fakten,34020742,34033690.html

Starker Anstieg der Kriminalität

Jeder der ein wenig Zeit im Netz verbringt stolpert irgendwann über die Behauptung, dass die Kriminalität durch Asylsuchende und Migranten stark zugenommen hat.

Doch ist das tatsächlich so?

Die AfD veröffentlichte am 15.06.2016 einen Beitrag [1], in dem sie sich durch die Polizeiliche Kriminalstatistik  bestätigt sieht, dass ein starker Kriminalitätszuwachs wegen Asylsuchenden und Migranten zu sehen ist.

Es lässt sich nur erahnen, warum die AfD immer wieder zu diesem Ergebnis kommt. Dies wird aber vermutlich mehrere Gründe haben.

Worin wir uns zumindest einig sein können, dass solche Behauptungen Angst machen können. Hier müssten wir uns aber direkt die nächste Frage stellen. Warum will die AfD Angst verbreiten?

In dem Artikel der AfD werden wieder fleißig Zahlen aufgelistet, welche möglichst abschreckend klingen sollen. Man nimmt natürlich auch nur die für sich interessanteren Zahlen.

Z.B wird gesagt:afdangst3

Bei diesen 31,5% fallen auch Delikte mit rein, die ein Deutscher gar nicht begehen kann. Diese zieht die AfD auch noch mal ab, wodurch dann noch 3,9% übrig bleiben.

Ist es denn nun aber so? Haben wir jetzt in Deutschland wirklich so viel zu befürchten? Die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2015 [2]  besagt zumindest etwas anderes: pks201511

Die Bevölkerung hat 2014 zu 2015 um 0,5 % zugenommen. Die Straftaten insgesamt, ohne ausländerrechtliche Verstöße haben sich so wenig verändert, dass die Veränderung gerundet 0,0% beträgt. Relativ zur Bevölkerungszahl sind die Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße sogar um 0,5 % zurück gegangen.

Das Bundeskriminalamt hat 2016 [3] eine Broschüre veröffentlicht, mit Kernaussagen zur Kriminalität im Kontext von Zuwanderung. Darin liest man u.a. das ein Großteil der Straftaten nicht die öffentliche Sicherheit betrifft.

Weitere Infos  bezüglich Statistiken und was sie alles sagen bzw. was sie einem alles verschweigen, sind bei uns unter Umgang mit Statistiken zur Ausländerkriminalität nachzulesen.

[1] http://web.archive.org/web/20170121230927/http://www.afdbayern.de/afd-sieht-befuerchtungen-durch-bka-statistik-bestaetigt/

[2] http://web.archive.org/web/20160706133618/https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2016/pks-2015.pdf?__blob=publicationFile

[3] https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung/kernaussagenZuKriminalitaetImKontextVonZuwanderung.pdf?__blob=publicationFile&v=12

Umgang mit Statistiken zur Ausländerkriminalität

Immer wieder werden Statistiken im seltsamen Kontext zusammengeführt oder auseinandergerissen.

Es gibt zwei sehr hilfreiche Webseiten [1] [2], welche den Umgang und die Fakten bzgl. Kriminalstatistiken erklären.

Die wichtigsten Punkte werden hier nun stichpunktartig erläutert:

  • Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zählt Tatverdächtige, keine Täter
  • Wer gilt als Ausländer?
  • Auch Ausländer, die nur temporär in Deutschland sind, werden mitgezählt: Z.B. Urlauber, Geschäftsreisende, Personen, deren Aufenthalt gesetzlich nicht geregelt ist oder deren Einreise kriminellen Zwecken dient, wie etwa dem internationalen Menschen- oder Drogenhandel
  • Messbarkeit ist nicht mit Wahrheit gleichzusetzen
  • die Verwendung von Statistiken vor dem Hintergrund ihrer Entstehung ist zu reflektieren
  • Daten dürfen nicht mit der tatsächlichen Kriminalitätsentwicklung gleichgesetzt werden
  • lassen keine vergleichende Bewertung der Kriminalitätsbelastung von Deutschen gegenüber Nichtdeutschen zu
  • Aussagen im öffentlichen Raum, dass Ausländer krimineller sind, spiegelt sich im besten Fall eine unreflektierte Dateninterpretation wider
  • Auswahl von Vergleichskategorien ist eine normative Aussage darüber, welche personenbezogenen Merkmale als relevant eingestuft werden
  • Auch eine Statistik über dünne und dicke Kriminelle käme zu einem Ergebnis, würde aber nichts aussagen
  • Allein anhand der Daten zur Kriminalität von Nichtdeutschen lassen sich keine Aussagen zur Kriminalität von ethnischen Minderheiten ableiten
  • 54% der Einwanderer und Nachkommen sind deutsche Staatsangehörige und werden somit in die Fallkategorie Deutsch erfasst
  • Nachweisbare Veränderungen sprechen nicht zwingend für mehr Kriminalität, sondern können auch mit stärkerer Kontrolldichte oder verändertem Anzeigeverhalten zusammenhängen
  • Ethnische Minderheiten werden häufiger angezeigt
  • Ausländische Mitbürger können Straftaten begehen, welche für Deutsche nicht möglich sind (z.B. Aufenthaltsgesetz)
  • Daten stehen in PKS bewusst nebeneinander, damit alles eine gleiche Bedeutung hat
  • quantitative Rangfolge hängt entscheidend von der Kategorienbildung und der Auswahl der Über- bzw. Untergruppen der Delikte ab (z.B. Betrachtet man Gesamtheit aller erfassten Rauschgiftdelikte und nicht nur die illegale Einfuhr, so fallen keine signifikanten Unterschiede zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen auf
  • direkter Vergleich der PKS und Verurteiltenstatistik ist aufgrund unterschiedlicher Grundlagen nicht möglich 
  • In PKS fließen auch Unschuldige mit ein
  • Ein Drittel wird lediglich gesetzl. Verurteilt
  • PKS blendet soziale Merkmale aus (z.B. Geschlecht, Alter, Großstadtbewohner, Qualifikationen)
  • ungleiche Sozialstruktur aufgrund komplexer gesellschaftlichen Ursachen wird nicht berücksichtigt
  • Kriminalität von ausländischen Arbeitsmigranten isoliert betrachtet, ergeben keinen signifikanten Unterschied
  • berücksichtigt man Sozialstrukturen beider Vergleichsgruppen, kommt man sogar zum gegenteiligen Ergebnis= In gleichen sozialen Lagen weisen ausländische Arbeitsmigranten eine größere Gesetzestreue auf als Deutsche
  • Ein Viertel der polizeilich erfassten Tatverdächtigen sind Jugendliche bzw. Heranwachsende unter 21 Jahren
  • Jugendliche der nichtdeutschen Tatverdächtigen sind sogar weniger kriminell als Deutsche

[1] https://web.archive.org/web/20160513102744/http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/innere-sicherheit/76639/auslaenderkriminalitaet?p=all

[2] https://web.archive.org/web/20160710093919/http://www.strafrecht-wi.de/auslaenderkriminalitaet/

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