Am 14.02.2017 berichtete die FR-Online [1] über den erfundenen Sexmob in Frankfurt am Main wie bereits die FAZ zuvor.

Natürlich entsteht nicht jedes Gerücht durch die AfD selbst, aber wenn es darum geht Meldungen zu verbreiten, welche in ihr Weltbild passt, wird häufig ohne notwendige Prüfung schnell verbreitet und geteilt.

Die Bild hatte von einem Sexmob in Frankfurt berichtet, den es aber so nie gegeben hatte. Die Junge Freiheit, sowie Sat 1 griffen die Meldung auch direkt auf und somit nahm alles seinen Lauf.

Nun kann bzw. konnte man zum Beispiel auf der Facebookseite der AfD Frankfurt (Bild 1), als auch auf der Webseite der AfD Bodenseekreis (Bild 2) darüber lesen. Ob sich die Meldung auf noch mehr AfD-Seiten befand, lässt sich jetzt im Nachhinein nicht mehr feststellen. So schnell wie die AfD im Verbreiten solcher News ist, genauso schnell ist sie auch im Löschen, wenn sich die Sachlage anders entwickelt als erwartet. Auf der Seite der AfD Bodenseekreis ist die Meldung inzwischen verschwunden und kann nur noch mittels Google Cache gefunden werden.

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Ebenso war natürlich wieder Frau Storch ganz schnell im Retweeten, als dieses nicht stattgefundene Ereignis seinen Weg durch das Netz bahnte.

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Frau Storch hat zum wiederholten Male nicht den entscheidenden Faktencheck vollzogen. Erst vor wenigen Tagen ist es ihr genauso mit der Münsteraner Demonstration ergangen, sowie vor einem Monat mit dem Brandenburger Lügentor.

Wenigstens kann man bei der AfD Frankfurt sagen, dass sie sich für ihre Einschätzung öffentlich entschuldigt hat [2]:

Unsere Einschätzung des Falles war offensichtlich falsch.

Welche Kreise diese Falschmeldung gezogen hat, ist in einem Vice Artikel nachzulesen. [3]

Abschließend ist zu sagen:

Medien müssen heutzutage noch viel genauer recherchieren. Die korrekte Recherche muss vor dem Drang nach der nächsten Sensationsnachricht stehen. Erst recht sollte man dies tun, wenn die Beweise für ein Ereignis sehr dünn sind.

LeserInnen müssen wieder lernen sich zu gedulden. Sie sollten die Medien nicht so unter Druck setzen und nicht jede Nachricht direkt annehmen. Vor allem sollten sie erst einmal die Ermittlungen abwarten, bevor sie blind eine Sensationsnachricht glauben und verbreiten.

[1] http://www.fr-online.de/frankfurt/silvester-in-frankfurt-einsturz-eines-luegengebaeudes,1472798,35159742.html

[2] http://web.archive.org/web/20170215011125/http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/angeblicher-sex-mob-auf-der-fressgass-gastronom-unter-verdacht-14878247.html

[3] http://web.archive.org/web/20170215213144/https://www.vice.com/de/article/wie-die-bild-zeitung-einen-sex-mob-erfand

+++ Update +++ 23.02.2017 12:50

Sexmob in „Bild“: Die Entstehung einer Ente

Gestern erschien ein Videobeitrag im NDR, welcher der Sache auf dem Grund ging und beschreibt, wie dieses Gerücht entstehen konnte

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Sexmob-in-Bild-Die-Entstehung-einer-Ente,zapp10388.html

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