Immer wieder werden Statistiken im seltsamen Kontext zusammengeführt oder auseinandergerissen.

Es gibt zwei sehr hilfreiche Webseiten [1] [2], welche den Umgang und die Fakten bzgl. Kriminalstatistiken erklären.

Die wichtigsten Punkte werden hier nun stichpunktartig erläutert:

  • Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zählt Tatverdächtige, keine Täter
  • Wer gilt als Ausländer?
  • Auch Ausländer, die nur temporär in Deutschland sind, werden mitgezählt: Z.B. Urlauber, Geschäftsreisende, Personen, deren Aufenthalt gesetzlich nicht geregelt ist oder deren Einreise kriminellen Zwecken dient, wie etwa dem internationalen Menschen- oder Drogenhandel
  • Messbarkeit ist nicht mit Wahrheit gleichzusetzen
  • die Verwendung von Statistiken vor dem Hintergrund ihrer Entstehung ist zu reflektieren
  • Daten dürfen nicht mit der tatsächlichen Kriminalitätsentwicklung gleichgesetzt werden
  • lassen keine vergleichende Bewertung der Kriminalitätsbelastung von Deutschen gegenüber Nichtdeutschen zu
  • Aussagen im öffentlichen Raum, dass Ausländer krimineller sind, spiegelt sich im besten Fall eine unreflektierte Dateninterpretation wider
  • Auswahl von Vergleichskategorien ist eine normative Aussage darüber, welche personenbezogenen Merkmale als relevant eingestuft werden
  • Auch eine Statistik über dünne und dicke Kriminelle käme zu einem Ergebnis, würde aber nichts aussagen
  • Allein anhand der Daten zur Kriminalität von Nichtdeutschen lassen sich keine Aussagen zur Kriminalität von ethnischen Minderheiten ableiten
  • 54% der Einwanderer und Nachkommen sind deutsche Staatsangehörige und werden somit in die Fallkategorie Deutsch erfasst
  • Nachweisbare Veränderungen sprechen nicht zwingend für mehr Kriminalität, sondern können auch mit stärkerer Kontrolldichte oder verändertem Anzeigeverhalten zusammenhängen
  • Ethnische Minderheiten werden häufiger angezeigt
  • Ausländische Mitbürger können Straftaten begehen, welche für Deutsche nicht möglich sind (z.B. Aufenthaltsgesetz)
  • Daten stehen in PKS bewusst nebeneinander, damit alles eine gleiche Bedeutung hat
  • quantitative Rangfolge hängt entscheidend von der Kategorienbildung und der Auswahl der Über- bzw. Untergruppen der Delikte ab (z.B. Betrachtet man Gesamtheit aller erfassten Rauschgiftdelikte und nicht nur die illegale Einfuhr, so fallen keine signifikanten Unterschiede zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen auf
  • direkter Vergleich der PKS und Verurteiltenstatistik ist aufgrund unterschiedlicher Grundlagen nicht möglich 
  • In PKS fließen auch Unschuldige mit ein
  • Ein Drittel wird lediglich gesetzl. Verurteilt
  • PKS blendet soziale Merkmale aus (z.B. Geschlecht, Alter, Großstadtbewohner, Qualifikationen)
  • ungleiche Sozialstruktur aufgrund komplexer gesellschaftlichen Ursachen wird nicht berücksichtigt
  • Kriminalität von ausländischen Arbeitsmigranten isoliert betrachtet, ergeben keinen signifikanten Unterschied
  • berücksichtigt man Sozialstrukturen beider Vergleichsgruppen, kommt man sogar zum gegenteiligen Ergebnis= In gleichen sozialen Lagen weisen ausländische Arbeitsmigranten eine größere Gesetzestreue auf als Deutsche
  • Ein Viertel der polizeilich erfassten Tatverdächtigen sind Jugendliche bzw. Heranwachsende unter 21 Jahren
  • Jugendliche der nichtdeutschen Tatverdächtigen sind sogar weniger kriminell als Deutsche

[1] https://web.archive.org/web/20160513102744/http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/innere-sicherheit/76639/auslaenderkriminalitaet?p=all

[2] https://web.archive.org/web/20160710093919/http://www.strafrecht-wi.de/auslaenderkriminalitaet/

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